


Klärschlamm-trocknung

Konzept gemäss Projektbericht 2025 von ERZO ARA
anl. der Abgeordnetenversammlung vom 2.12.25 wurde der Kredit von 35 Mio CHF einstimmig gutgeheissen. Hier können Sie den vollständigen Bericht runterladen
Zitat Zofinger Tagblatt: Im Zofinger Bürgersaal wurde am Dienstagabend fast unbemerkt von der Öffentlichkeit über ein Millionenprojekt entschieden:
ARA betreibt heute einen Drehrohr-Ofen, in welchem entwässerter Klärschlamm vom eigenen Klärwerk, aber auch von vielen anderen Klärwerken verbrannt wird. Dieser Drehrohr-Ofen wird in Zukunft nicht mehr gebraucht.
Ein wichtiger Teil des Gesamtkonzepts ENPHOR ist die Produktion von getrocknetem Klärschlamm als Ersatzbrennstoff für den "Partner" Holcim.
Es werden 34´000 to (35´700 to, Kapazität 38´000 To sowie weitere 22´000 m3 ( 26´400 to) entwässerter Klärschlamm (27% Trockensubstanz) angeliefert, auf 92% Trockensubstanz getrocknet und als Ersatzbrennstoff (9´000 to) zu Holcim gefahren
Quelle/Link: .erzoupdate 2025-2, Seite 6
Es werden also für die Klärschlammtrockung mindestens 71´100 to auf den Strassen bewegt.

Risiken der Vermarktung von getrocknetem Klärschlamm bei ENPHOR
Mit Blick auf das Projekt ENPHOR möchte ich auf ein zentrales Risiko hinweisen, das bisher in der öffentlichen Diskussion zu wenig Beachtung findet: die Abhängigkeit von einem einzigen Abnehmer – Holcim – für den getrockneten Klärschlamm.
Der aktuelle Vertrag mit Holcim läuft lediglich über fünf Jahre. Dies ist für ein Infrastrukturprojekt mit einer Laufzeit von mehreren Jahrzehnten ein sehr kurzer Zeitraum. Nach Ablauf besteht jederzeit die Möglichkeit, dass Holcim aussteigt oder die Bedingungen neu verhandelt.
Hinzu kommen behördliche Auflagen: Zementwerke stehen unter strengen Emissionsvorgaben (CO₂, Stickoxide, Schwermetalle). Klärschlamm enthält problematische Stoffe, die bei verschärften Grenzwerten zu einem Nutzungsverbot führen könnten. Parallel dazu setzt die Schweiz – wie auch die EU – zunehmend auf Monoverbrennungsanlagen mit verpflichtender Phosphorrückgewinnung. Damit würde die energetische Nutzung in Zementwerken regulatorisch infrage gestellt.
Die Folge: Ein Ausfall des einzigen Abnehmers ist mittelfristig wahrscheinlich. Ohne Alternativszenarien (weitere industrielle Abnehmer, eigene Monoverbrennung) droht ENPHOR ein erhebliches Versorgungs- und Finanzrisiko. Dann wären die 35 Millionen Franken im wahrsten Sinne des Wortes „in den Schlamm gesetzt“ – ein Szenario, das unbedingt verhindert werden muss.

Energie
Für die angedachte Lösung ist eine Energieleistung von 3,9 MW und Energiemenge inkl Phosphor-Recycling von 32´000 MWh zu 1,3 Mio CHF notwendig. Diese Energiekosten von 1.3 Mio CHF werden von den Einwohnern mit Gebühren der Abwassereinigung ARA bezahlt werden müssen.

Mengen und Transporte
Quelle Jahresbericht ERZO ARA 2024, Punkt 6.1 Entsorgung Klärschlamm:
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2024 wurden insgesamt 30´964 m3 Dünnschlamm (diese menge wird zuerst entwässert) und 24´433 to Dickschlamm angeliefert. Ergibt Anlieferung von 71´307 to. Nach der Entwässerung sind noch ca. 33´800 to zur Trocknung vorhanden. Diese Mengen werden nun der neuen Trocknung zugeführt. Daraus ergibt sich nach der Trocknung eine getrocknete Menge von ca. 8´081 to TKS aus Fremdanlieferung und 1´329 to aus eigenem Klärschlamm Trockensubstanz. . Ergebnis ist 14 % eigener TKS zu 86% TKS aus Fremdschlamm! Verhältnis 1:6.
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Die geplante Anlage hat eine Kapazität von 34’000 t EKS/Jahr. Ausbau-Reserve auf 39´000 to?
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Ausschreibung: 38´000 to, Ausbaureserve auf 45´000 t/a
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Aussage HM.Plüss Video ab Minute 1:02:
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80´000 t/a, wie viel darf es nun sein?
👉 Damit wird klar: Die ERZO-Klärschlamm-Trocknung dient in erster Linie den angelieferten Klärschlämmen und zweitens (noch wichtiger) der verbesserten ENE (Netto-Energie-Effizienz) der KVA.
Jährlich werden 30´964 m3 Flüssigklärschlamm (ganzer Kanton Aargau hat 15´000 to/a) und weitere 24´433 to entwässerter Klärschlamm (EKS) angeliefert. (Quelle Webseite ARA/Enphor) Um es mit den Worten von ENPHOR zu sagen, dem 5-fachen Gewicht des Eiffelturms.
Diese Transportmengen und LKW-Fahrten finden Sie in keiner Studie!

Kosten (Vorab-Info)
Vorprojekt mit CHF 890´000.- CHF ist abgeschlossen. Es resultierte ein Investitionsvolumen von 50 Mio CHF! Vom Vorstand beschlossen = nicht realisierbar! Aktuell wurde der Projektierungskredit von CHF 630´000.- CHF bewilligt. Die Investitionen müssen auf 39 Mio CHF gesenkt werden. Bis Herbst 2025 sollen die wichtigsten Erkenntnisse vorliegen.
Erste Vergaben/Zuschläge wurden gemäss www.simap.ch gemacht für Teilbereiche:
Zuschlagempfänger ist RHS Maschinen- und Anlagenbau GmbH, Harmate, 42, 48683 Ahaus, Deutschland. Beste Erfüllung der Zuschlagskriterien, für 6,2 Mio CHF am 22.05.25. Die neue Trocknungsanlage verfügt über sechs separate Linien und wird mit einer Kapazität von 34’000 Jahrestonnen entwässerter Klärschlamm (EKS) installiert. Hier sehen Sie ein Video wie ein solcher RHINO® Rührwerkstrockner funktioniert.
Zu den bereits bekannten 80´000 To/Jahr ist eine Erhöhung von 45´000 To/Jahr einzuplanen!!

sehr mutiger (oder fahrlässiger) Entscheid?
Der Baustart soll Q1/2026 starten, obwohl bis dahin völlig unklar ist, ob ENPHOR mit den anderen Teil-Projekten realisiert werden kann (politisch, technisch, finanziell, terminlich). Dies könnte bedeuten dass die X-Mio CHF bei einer Ablehnung von ENPHOR das Geld langfristig aus dem Fenster geworfen wäre?
