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noch nicht angesprochenes Risiko, aber es wird die Leute erst interessieren, wenn die Rechnungen im Briefkasten sind.

Strategische Risiken des geplanten Abfallkraftwerks – Marktkehricht, Energieversorgung und EU‑Regulierung

1. Abhängigkeit von Marktkehricht – ein strukturelles Risiko

Das Projekt erzo basiert auf der Annahme, dass langfristig grosse Mengen Marktkehricht (ca. 148´000 to oder 93%) verfügbar sind. Mehrere Stellungnahmen im Mitwirkungsverfahren bezweifeln dies ausdrücklich:

  • Die EVP Aargau schreibt: „Wir sind skeptisch, ob künftig tatsächlich so viel Kehricht nur aus der Region angeliefert werden kann.“

  • Die SP Aargau hält fest: „Der grösste Teil des zusätzlichen Kehrichts soll deshalb auf dem freien Markt beschafft werden.“

Diese Aussagen zeigen klar: Die geplante Anlage ist auf Abfallströme angewiesen, die weder gesichert noch planbar sind.

2. EU‑Exportverbot: Wegfall von bis zu 200’000–300’000 Tonnen pro Jahr

Die Europäische Union hat ein neues Abfallverbringungsrecht verabschiedet, das ab 2026 den Export von Kehricht zur Beseitigung faktisch verbietet. Damit bleiben erhebliche Mengen Abfall im EU‑Binnenmarkt, statt wie bisher in die Schweiz zu gelangen.

Schätzungen gehen von einem Wegfall von 200’000 bis 300’000 Tonnen pro Jahr aus.

Für eine KVA, die auf zusätzliche Marktkehrichtmengen angewiesen ist, bedeutet dies:

  • weniger verfügbare Mengen,

  • höhere Preise,

  • stärkere Konkurrenz um die verbleibenden Abfälle.

3. Konkurrenz durch die Zementindustrie

Die Schweizer Zementindustrie baut ihre Kapazitäten für Ersatzbrennstoffe massiv aus. Sie verfügt über:

  • starke finanzielle Anreize (negative Gate‑Fees),

  • CO₂‑Druck zur Substitution fossiler Brennstoffe,

  • politisch unterstützte Dekarbonisierungsziele,

  • technische Kapazitäten, die bis 2050 um 500’000–600’000 Tonnen wachsen können.

Mehrere Kantone warnen deshalb vor einem Preiskampf:

  • Basel‑Stadt: „Eine überdimensionierte KVA würde […] zu einem unerwünschten Preiskampf beim Marktkehricht führen.“

  • Kanton Bern: „Der Ausbau der KVA-Kapazitäten […] erzeugt preislichen Druck auf den Marktkehricht.“

Damit ist klar: Die Zementindustrie wird den KVAs systematisch Marktkehricht entziehen.

4. Energiepolitisches Risiko: Fehlende Abfälle = fossile Ersatzenergie

Die geplante Fernwärme- und Stromproduktion basiert auf einer hohen Auslastung der Anlage. Wenn die Abfallmengen nicht erreicht werden, fehlen:

  • Wärmemengen für das Fernwärmenetz,

  • Dampf für Industriekunden,

  • Stromerträge, die wirtschaftlich eingeplant sind.

Diese fehlenden Wärmemengen müssten mit fossilen Energieträgern ersetzt werden. Das hätte zur Folge:

  • höhere CO₂‑Emissionen,

  • höhere Kosten,

  • Verlust der energiepolitischen Glaubwürdigkeit.

Damit würde das Projekt seine eigenen Klimaziele unterlaufen.

5. Finanzielle Risiken für Gemeinden und Bevölkerung

Die Fixkosten einer KVA sind enorm. Wenn die Anlage nicht ausgelastet ist, müssen:

  • Gemeinden,

  • Haushalte,

  • Gewerbe

die Differenz tragen.

Die Gefahr steigender Gebühren ist real und wurde im Mitwirkungsverfahren mehrfach angesprochen.

6. Fazit: Ein Projekt mit erheblichen, bisher unzureichend kommunizierten Risiken

Die Stellungnahmen im Mitwirkungsverfahren zeigen ein klares Muster:

  • Kantone warnen vor Überkapazitäten und fehlenden Abfallmengen,

  • die EU‑Regulierung verknappt den Markt zusätzlich,

  • die Zementindustrie wird zum dominanten Player,

  • und die Energieproduktion ist nur bei Vollauslastung gesichert.

Die Bevölkerung und die angeschlossenen Gemeinden haben Anspruch auf eine realistische Einschätzung der wirtschaftlichen und energetischen Tragfähigkeit des Projekts.

der Informations-Flyer der Gemeinde !!!

Flyer Gemeinde.jpg

Das Bild ist wirklich sympathisch – ein Junge sammelt eine PET‑Flasche ein. PET wird zwar recycelt und nicht in einer 160 000‑t‑KVA verbrannt, aber die Bildsprache soll offensichtlich ein gutes Gefühl vermitteln.

Der Kontrast zur tatsächlichen Grössenordnung bleibt trotzdem bestehen. Der ganze Gemeindeverband liefert rund 11 000 t Siedlungsabfall pro Jahr, Oftringen selbst etwa 2 060 t – und beworben wird eine Anlage mit 160 000 t Kapazität.

Das wirkt ein wenig so, als würde man Werbung für den Fasnachtsumzug in Zofingen machen und dafür ein Foto vom Karneval in Rio verwenden. Beides hat mit dem Thema zu tun, aber die Dimensionen könnten kaum unterschiedlicher sein.

Ich finde, ein Bild, das etwas näher an der Realität des Projekts liegt, würde der Transparenz und Glaubwürdigkeit sicher gut tun.

Karnivl in Rio.jpg

Bericht des Zofinger Tagblatts zur Infoveranstaltung vom 10. Februar (Link)

Das Zofinger Tagblatt hat am 11. Februar über meine öffentliche Infoveranstaltung zum Projekt «Enphor» berichtet. Der Artikel zeigt, wie wichtig eine offene und sachliche Auseinandersetzung mit diesem grossen Infrastrukturprojekt ist.

Ich freue mich, dass viele Interessierte – darunter auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, ERZO und weiteren Organisationen – den Weg an die Veranstaltung gefunden haben. Der Dialog ist zentral, damit sich die Bevölkerung ein eigenes Bild machen kann.

Mein Ziel bleibt unverändert: Transparenz schaffen, Fakten zugänglich machen und die Stimmberechtigten dabei unterstützen, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Die Umzonung der Parzelle 420 ist ein bedeutender Schritt. Umso wichtiger ist es, dass alle Seiten ihre Argumente darlegen und die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sich eine eigene Meinung bilden können.

Ich danke allen Besucherinnen und Besuchern für die engagierte Diskussion und lade weiterhin dazu ein, sich umfassend zu informieren – auch an der offiziellen Infoveranstaltung der Gemeinde Oftringen am 24. Februar.

ich habe versprochen die Präsentation auf die Webseite zu laden. Hier ist sie  oder Link auf Youtube:

neues Jahr, neues Glück: (Link) am 5.1.26 im ZT

Wärme dank Abfallverbrennung: Erzo plant eine neue Fernwärmezentrale für über 6 Millionen Franken

Die Fernwärme wird als „CO₂‑frei“ und „erneuerbar“ verkauft, doch in den Unterlagen steht schwarz auf weiss, dass für die Versorgung 20 Megawatt fossile Reserve- und Spitzenlastkessel installiert werden – betrieben mit Heizöl oder Erdgas. Diese Kessel springen immer dann ein, wenn die KVA nicht liefert: bei Kälte, bei Revisionen und bei ungeplanten Ausfällen. Mit anderen Worten: Die angeblich klimafreundliche Fernwärme ist in Wahrheit ein fossil abgesichertes Monopolnetz, das die Kundinnen und Kunden in eine neue, leitungsgebundene Abhängigkeit zwingt. Die freie Wahl der Energiequelle verschwindet, und an die Stelle der Gasabhängigkeit tritt nun die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter, der seine Versorgungssicherheit mit Heizöl sicherstellen muss. Was als „erneuerbare Wärmeversorgung“ propagiert wird, ist damit vor allem eines: ein Infrastrukturprojekt, das die Bevölkerung in ein monopolistisches System überführt, dessen CO₂‑Bilanz nur auf dem Papier sauber aussieht – in der Realität aber auf fossilen Notkesseln basiert.

Management Summary – Kernaussagen

  • Nationale Medien berichten: Kehrichtsack könnte künftig bis zu 5 CHF kosten.

  • Grund: Milliardeninvestitionen in CO₂-Abscheidung und Klimaschutztechnik bei KVA.

  • Folge: Kosten werden direkt auf die Bevölkerung überwälzt, ohne transparente Alternativen.

  • Beispiel ENPHOR/RENZO: 140’400 Tonnen Zusatzlast → rechnerisch über 11’000 LKW-Fahrten, nicht 150.

  • Glaubwürdigkeit des Gemeinderats leidet, wenn solche Widersprüche nicht erklärt werden.

  • Aktuelles Beispiel: KVA Thurgau – Banken verweigern Kredite, Gemeinden sollen haften.

  • Fazit: Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch auf ehrliche Zahlen und offene Diskussionen.

 
Geschätzte Leser, neuer Tag, neue Informationen. Langsam aber sicher werden die Bürger auch durch die nationale Presse auf wichtige Zusammenhänge aufmerksam gemacht. Den Verantwortlichen von ENPHOR sollte dies zu denken geben. Wie lange wollen sie die Bevölkerung noch für dumm verkaufen? Es scheint die Leute zu interessieren, innert wenigen Stunden über 300 Kommentare!)
Kehrichtsack für 5 Franken – ein Warnsignal

Die NZZ und der Blick  (jeweils mit Link) berichtet, dass ein 35-Liter-Kehrichtsack künftig bis zu fünf Franken kosten könnte. Grund sind milliardenschwere Investitionen der Kehrichtverbrennungsanlagen in CO₂-Abscheidung und Klimaschutztechnik.

Damit wird deutlich: Die Kosten für Infrastrukturprojekte werden zunehmend direkt auf die Bevölkerung überwälzt – ohne dass Transparenz über Alternativen oder langfristige Finanzierungsmodelle besteht. Wenn Sackgebühren sich verdoppeln oder verdreifachen, ist das nicht nur eine Frage der Klimapolitik, sondern auch der sozialen Gerechtigkeit.

Die drohenden fünf Franken pro Sack sind ein Warnsignal: Wenn Milliarden-investitionen ohne klare Kostenfolgen kommuniziert werden, landen die Belastungen am Ende bei den Bürgerinnen und Bürgern. Genau hier zeigt sich, wie gefährlich intransparente Infrastrukturfinanzierung ist – ob bei KVA, ARA oder Projekten wie ENPHOR.

Die Bevölkerung hat Anspruch auf ehrliche Zahlen und offene Diskussionen. Sonst werden Milliarden im wahrsten Sinne des Wortes „in den Sack gesteckt“ – und die Haushalte zahlen die Rechnung.

Mehr Details erfahren Sie hier (Link)

Bin gespannt, ob das ZT auch meinen Kommentar dazu veröffentlichen wird:

Der Gemeinderat hat meine Aussagen als Übertreibung bezeichnet. Doch gerade hier stellen sich Fragen zur Glaubwürdigkeit: – Das Projekt ENPHOR, insbesondere RENZO, soll auf Land in der Landwirtschaftszone entstehen. Weshalb sollten die Legislaturziele – keine reinen Logistikbetriebe, sondern wertschöpfungsintensive Unternehmen – nicht auch für Betriebe gelten, die einem Gemeindeverband gehören und nur wenige hundert Meter vom Anker-Areal entfernt sind und dieselben Strassen benutzen? – Wie kann es sein, dass 92’000 Tonnen zusätzlicher Kehricht, 18’400 Tonnen Mehrschlacke und 30’000 Tonnen Klärschlamm – zusammen 140’400 Tonnen – mit angeblich nur 150 zusätzlichen Lastwagenfahrten pro Jahr bewältigt werden sollen? Ein typischer LKW transportiert im Schnitt rund 25 Tonnen (Gesamtgewicht ca. 40 t). Das ergibt rein rechnerisch über 5’600 Fahrten (140’400 ÷ 25 t/LKW). Da jeder LKW nicht nur beladen hinfährt, sondern auch leer zurückkehrt, sprechen wir effektiv von über 11’000 Fahrten auf denselben Strassen. Wenn der Gemeinderat solche Widersprüche nicht plausibel erklären kann, dann zerpflückt er letztlich seine eigene Glaubwürdigkeit – und genau deshalb braucht es eine offene, transparente Diskussion

Ein interessierter Leser hat mir heute diesen Link zugestellt:
Der geplante Neubau der Thurgauer KVA gerät unter Druck. Herzlichsten Dank
Interessante Nachrichten bei KVA Thurgau, Zitat:

"Banken verweigern der KVA die nötigen Baukredite, sollten nicht die Gemeinden die finanzielle Haftung übernehmen"

Die Kosten für die Klärschlammtrocknung sind bekannt = 35 Mio CHF
so spielt heute die Musik hier:
Finanzen Klärschlammtrocknung (Link)

Bild RENZO
Abwärtspfeil

Warum wollen wir ENPHOR nicht?
Dieses Mammut-Projekt wird in einem ökologischen, einem ökonomischen und politischen Desaster enden, sobald die Einwohnerinnen und Einwohner der betroffenen Gemeinden bemerken, wie sie mit Halbwahrheiten, Unwahrheiten und Verschwiegenheiten hinters Licht geführt wurden.
Mit ENPHOR wollen sich einige Politiker "zu Lasten der Steuer- und Gebührenzahler" ein teures und unnötiges Denkmal setzen.
ENPHOR bringt keine Wertschöpfung, sondern nur Mehrkosten und Mehrverkehr in die Region.
Hier können Sie die vollständige Machbarkeitsstudie von Jahr 2023 herunter laden.
Und hier die Excel-Tabelle von Seite 73, Planerfolgsrechnung, , um die richtigen Mengen und Tarife anzupassen.

KONTAKT

Kontakt

Markus Bürkli

Florastrasse 11

4665 Oftringen

Tel 076 331 01 96

Email: markus.buerkli@yahoo.de

Vielen Dank!

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